INTERNATIONALE LIGA der Handelsvertreter und Handelsreisenden

Eine Organisation, welche es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Interessen der Reisekaulleute in der ganzen Welt zu erfassen, zu konkretisieren und einer Lösung zuzuführen.

Ihr gehören zahlreiche Verbände in ganz Europa und Übersee an.

Die Leitung liegt in der Hand eines alle vier Jahre gewählten Präsidenten, welcher in Präsidialsitzungen, die nach Bedarf einberufen werden und zu denen alle Mitgliedsverbände ihre Delegierten entsenden, den Vorsitz führt. Dort werden die Entschlüsse gefaßt, welche dann bei den alle zwei Jahre stattfindenden Kongressen allgemein bekanntgemacht werden. Da so ein Kongreß für das veranstaltende Land ein großer Prestigegewinn ist, können wir in Österreich stolz darauf sein, daß gerade in unserem Land nicht nur unsere 100‑JahrFeier, sondern auch der 60. Geburtstag der Liga, verbunden mit dem Y.X. Ligakongreß, stattfinden.

Ich möchte Ihnen in der Folge einen kurzen Überblick über die europäischen Verbände geben und dabei verdiente Funktionäre besonders herausheben.

Die Geschichte der Internationalen Liga

(Zusammengestellt von Friedrich Schmid, Bundesligareferent des VRKÖ)

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SchonLudovici(1707‑1778)versuchteeinewissenschaftliche Darstellung des Handelsreisendenberufes. Er bezeichnete "alle Handelsdiener, die in ihrer Herrn Geschäfte ausgesendet werden" als"Reisediener" (C. G. Ludovici, Grundriß eines vollständigen Kaufmannssysterns, Leipzig 17 56). Die Aufgaben der Reisediener beschränkten sich keineswegs auf Absatzmaßnahmen. Es war vielmehr ihre Pflicht, im Namen ihres Geschäftsherrn auf fernen Plätzen in allen Geschäften, die dort für ein Gedeihen der Unternehmung erforderlich waren, tätig zu werden. In diesen Reisedienern erblicken wir zweifelsohne die Vorläufer der heutigen Handelsreisenden. Die Industrialisierung zu Beginn des 19. Jahrhunderts lieferte die Voraussetzungen der Massenanfertigung von Waren aller Art.

 

1756

1800

Mit dem unmittelbaren Tätigkeitsziel, die Ausweitung des Umsatzes zu fördern, treten anstelle der Reisediener die Verkäufer‑Reisenden. Sie hatten bereits vielfältige Aufgaben (Kundenwerbung, Kundenpflege, die Überwachung der Zahlungsmoral der Kunden und das Inkasso). Sie mußten Musterkollektionen und Reiserouten vorbereiten.

 

1884

Im Jahre 1884 wurde der"Verband Reisender Kaufleute Deutschlands" gegründet.

 

1886

erfolgtedieGründungdes"VereinesReisenderKaufleute Österreich‑Ungarns", ungefähr zur gleichen Zeit schlossen sich in der ganzen zivilisierten Welt Reisekaufleute zusammen.

 

1887

Erste Kontakte in Brüssel und Gründung der "Societ~ des Voyageurs de Commeree".

Die Societ6 wurde repräsentiert vom:

1. Oktober 1888 bis 3 1. Dezember 18 90 vonMr. Louwers Juni 1891 bis 31. Dezember 1895 von Mr. Lambiotte

Jänner 1896 bis 31. Dezember 1899 von Mr. Marneffe

Jänner 1900 bis 31. Dezember 1908 von Mr. Crespel

Jänner 1909 bis 31 Juli 1914 von Mr. Donaux

 

 

1890

Bald darauf wurde in Wien der Wunsch laut, einen Dachverband für die Vereinigungen der Handelsvertreter und Handelsreisenden in der ganzen Welt zu gründen. Das war 1890 beim 1. Kongreß Reisender Kaufleute Österreich‑Ungarns, Deutschlands und der Schweiz in Wien. Es ist nicht verwunderlich, daß diese Forderung in Wien, im Mittelpunkt eines Vielvölkerstaates, ausgesprochen wurde. Von da ab blieb Wien für diese Bestrebungen ein wichtiger Platz.

 

 

1897

1. Kongreß der internationalen "Societk des Voyageurs de Commerce" in Brüssel (Präsident Mr. Marneffe) (18.7.18 97,10.3 0 Uhr). Anläßlich der Weltausstellung in Brüssel kamen unter der Führung von Mr. Marneffe Delegierte aus Lüttich und Lille sowie Delegierte aus Holland ~2), Paris (3), Böhmen‑Prag (2), Italien‑Bergamo (1) und uxemburg (3), insgesamt zirka 100 Reisende zusammen.

 

 

1908

Im Jahre 1 908 war es soweit, daß aus Anlaß des "Congr6s international des Voyageurs de Commerce" in Paris die Federation internationale des Voyageurs et Representants" gegründet wurde. Leider stehen uns die Archive dieser Zeit nicht mehr zur Verfügung. Von diesem Kongreß gibt es aber ein umfangreiches Programm mit einem entsprechenden Bericht, dochwäredasfüreine Chronik zu langwierig.

 

1910

trafen sich in Brüssel Abordnungen Reisender Kauf

leute aus folgenden Ländern:

Australien, Belgien, Deutschland, England, Frankreich, Italien, Luxemburg, Spanien, Österreich‑Ungarn, Türkei. Den Vorsitz führte Mr. Donaux.

 

1910

25 Jahre Verein Reisender Kaufleute ÖsterreichUngarns in Budapest (18. 12.): Zahlreiche Delegationen aus Europa und Obersee. Einweihung des Verbandshauses des VRK Österreich‑Ungarns im Zentrum von Budapest.

 

 

1911

Deutsche Delegation vom VRKD kommt zu einer "Austriafahrt" nach Wien (l. 6.).

 

1914-1918

Der "Erste Weltkrieg" unterbricht die Verbandsarbeit auf Jahre und unterbindet alle internationalen Bestrebungen. Erst im Jahre 1926 konnten partikuläre Strömungen überwunden und die Arbeit in Wien erneut aufgenommen werden.

 

1926

40 Jahre "Verein Reisender Kaufleute ÖsterreichUngarns" (Jubiläum).

          ZurTagungdes"InternationalenBundesReisendeir Kaufleute" in Wien erschien eine"Festschrift", welche in zehn Sprachen über die Bedeutung der"Reisenden Kaufleute" berichtete. Artikel namhafter Autoren füllten sie. Anläßlich dieses, man kann auch sagen II. Internationalen Kongresses in Wien nehmen Delegierte aus Deutschland, Österreich, England, Belgien, Bulgarien, Spanien, Frankreich, Ungarn, Italien, Lettland, Polen, Rumänien, Tschechoslowakei, Schweiz teil. Als Sitz dieser Organisation ist Paris genannt.

Anläßlich dieser Tagung wird die Gründung der "Internationalen Liga" beschlossen.

 

 

1926-1947

war Dr. G. Meister Geschäftsführer einer "internationalen Liga", welche man als Vorläuferin der heutigen "Internationalen Liga" bezeichnen kann

1927

  10. Juli: In Lausanne Vorgespräche über eine zu gründende Liga.

 

1928

  21. November: In Dijon Vorgespräche über eine

Internationale Liga.

Der Verein "Reisender Kaufleute Österreichs" verleiht dem Verband "Reisender Kaufleute der Schweiz" die Kollektivehrenmitgliedschaft.

1. Internationaler Kongreß "Reisender Kaufleute" in Paris (21. 10.).

Internationaler "Bund der Reisenden" und Treffen der Handelsvertreterorganisation in Paris (21. 10.).

 

 

1929

In Lausanne kommt es zur offiziellen Anmeldung der "Internationalen Liga" unter Schweizer Führung (18., 19., 20. Jänner).

Kongress in Paris (6. oder 13. Mai). Der Sitz der Liga wird in die Schweiz verlegt und sie vertritt 14 Organisationen in 9 Ländern.

Zum Präsidenten wird gewählt Mr. L. M. Campiche, Lausanne, Vizepräsident Mr. E Aebi, Bern, Schatzmeister Mr. R. Lengacher, Bern, und als Generalsekretär fungiert Herr Dr. G. Meister.

Liga‑Kongreß in Lyon.

 

1929-1939

befandensichSitzundFührungdieserLiga in der Schweiz. Unterlagen müßten sich in den Archiven des VRK Schweiz finden. Jedenfalls taucht der Name Präsident Charles Chart, Genf, 1936 als Ligapräsident auf.

 

1931

Vom17.bis19.SeptemberfandinBerndieGeneralversammlung statt.

 

1932

I .bis4.OktoberEuropakongreß.

 

1934

  II . Hauptversammlung der Internationalen Liga in Bern (September 1934).

 

1936

III . Hauptversammlung und gleichzeitig 2. Internationaler"Wiener Kongreß Reisender Kaufleute" (9. bis 12. September 1936).

Dr. Meister sagte, daß diese Tage einen Markstein bilden werden im Hinblick auf die befruchtende Arbeit in der Verkehrs‑ und Sozialpolitik. Dann kam er auf die Internationale Liga zu sprechen und betonte, daß diese aus den Verhandlungen des Wiener Kongresses neu gestärkt und in ihrer Existenz gesichert hervorgegangen ist. Daneben hätten die Beziehungen zwischen den europäischen Reisendenverbänden aus den in Wien zustandegekommenen Kontakten persönlicher Art zwischen den Delegierten zweifellos reichen Gewinn.gezogen.

Um 15 Uhr nahm der Kongreß im Festsaal der Wiener Handelskammer die Arbeit der 111. Hauptversammlung der Internationalen Liga auf. Vertreten waren die Mitgliedsverbände aus Holland, Österreich, Schweiz, Tschechoslowakei, Ungarn, Deutschland, Italien und Schweden. Entschuldigt waren die Mitgliedsländer Belgien, Frankreich, Luxemburg, Polen und Rumänien.   50JahreVerein"ReisenderKaufleuteÖsterreichs". Der Schweizer Verband Reisender Kaufleute verleiht dem österreichischen "Verein Reisender Kaufleute" die Kollektivehrenmitgliedschaft.

 

 

1938

Am31.AugustentläßtdasPräsidiumalleMitglieder der Liga aus ihrer Verantwortung auf unbestimmte Zeit. Auch die beiden treuesten Mitglieder Österr ' eich und die Tschechoslowakei ziehen sich zurück und werden dem Deutschen Reich eingegliedert und deren Verbände auf gelöst.

 

1939

finden in Zürich noch Gespräche zur Rettung der Liga statt.

Bis zumJahre 1939 befanden sich dannSitz und Führung dieser Liga in der Schweiz. Über diese Zeit muß es noch umfangreiche Unterlagen geben, Interessenten müßten auf dem Dachboden unserer Berner Freunde vom VRK

Damals der Schweiz ging es um den freien Markt, um soziale Besserstellung, um nationale Vertreterstatuten, alles Dinge, die wir fast überall nun erreicht haben und als selbstverständlichen Besitz betrachten. Wieviel Einsatz an Wagemut, an Zähigkeit, an Verhandlungskunst und an Argumentationskraft nötig war, diese Ziele zu erkämpfen, dürfte heute weitgehend unbekannt sein. Der Tenor in den Verbänden war damals demgemäß auch streitbarer als heute, wo korporative Straffung und erzieherische Belange mehr in den Vordergrund getreten sind.

Man bedenke nur die wirtschaftlichen und daher die persönlichen Schwierigkeiten jener Zeit.Letztlich war er nur zu erreichen durch Geschlossenheit des Standes auch über die staatlichen Grenzen hinaus. Deshalb zögerte man nach dem Zweiten Weltkrieg nicht lange mit der Wiedergründung, mochten die Zeitläufe auch noch so düster sein: der Handelsvertreter ist kraft seines Berufes der Optimist schlechthin.

 

 

1939-1945

wurdejedwedeTätigkeitderLigadurchden Zweiten Weltkrieg lahmgelegt.

 

1946

Auf Initiative englischer, französischer und schweizerischer Vertreter fand in Paris im Dezember 1946 eine Vorbesprechung statt, die 194 7 zum Genfer Kongress (12. bis 15. Juni 1947) führte.

 

1947

NeugründungderLiga.(GenauesSitzungsprotokoll liegt vor.)

Genf war damals der einzige Platz in unserem zertrümmerten und erschöpften Europa, wo Ansätze zu internationaler Zusammenarbeit gefunden und die Hand zur Verständigung gereicht werden konnte. An diesem ligageschichtlichen Treffen nahmen Delegationen aus Bel

gien, Frankreich, Großbritannien, Holland, Österreich, Schweiz und der Tschechoslowakei teil. Einlader und Gastgeber war damals die"Union des voyageurs de commerce de la Suisse romande" mit ihrem Präsidenten Mr. M. Bertherat und Geschäftsführer Dr. Bideau. Es sei am Rande vermerkt, daß dieser so traditionsreiche SchweizerVerband, welcher dannfürfünf Jahre dieLigageschikke leitete, 17 Jahre später (mehr aus persönlichen, denn aus fachlichen Gründen) unseren internationalen Bund verließ und es ist nur zu hoffen, daß er eines Tages wieder zur Liga zurückfindet. Auf jeden Fall weisen Geschichte und Verdienst dem Schweizer Verband einen Ehrenplatz in der Liga an.

Die Neugründung der "Internationalen Liga" erfolgte also beim Genfer Kongress und 18 Monate später erhielt sie in Lüttich ihre gültigen Satzungen.

1. Der Wunsch nacg einer unpolitischen, rein fachlichberufsständischen internationalen Interessenvertretung. 2. In diesem Rahmen sollen die Arbeiten an der sozialen Besserstellung der Vertreter, am Rechtsstatus, an der Stellenvermittlung, an Fragen des Waren‑ und Personalverkehrs betrieben werden. ,

3. Die Solidarität soll paritätischer Natur sein. Die Liga soll Arbeitnehmer und Arbeitgeber, Reisende, Handelsvertreter und Unternehmer einschließen. Im Vordergrund steht nicht der Klassenkampf, sondern das gemeinsame Beste.

Herr Bertherat sagte in seiner Eröffnungsansprache am 12. 6. 1947 in Genf: "Wir wollen unserem Berufsstande Ordnung geben und Qualität verleihen. Wir wünschen die gegenseitige Achtung der Persönlichkeit. Das Ein

kommen des Reisenden und Handelsvertreters soll ein angemessenes sein."

Bevor man in Genf an die Arbeit ging, skizzierte Dr. G. Meister, der Geschäftsführer der "Ligue internationale des assoeiations de voyageurs et repr~sentants de commerce" vor dem Zweiten Weltkrieg, ein Bild der früheren Zeiten, schilderte Blüte und Verfall des Verbandes entlang der seinerzeitigen spektakulären politischen Veränderungen. Als Teilnehmer der Kongresse von 1926 bis 1947 stellte er die lebendige Brücke dar und konnte die brennende Fackel in die neue Zeit hinein weiterreichen.

 

 

1947-1951

Dr.Pierre Bideau nahm das Lichtauf.In der Zeit seiner Geschäftsführung unter den Präsidenten Bertherat und 0. Anger gelang es, der Liga wirklich internationales Gepräge und internationale Anerkennung zu verschaffen. BideausName ist untrennbar mit der Liga verbunden; sein persönlicher Schwung und sein diplomatisches Geschick sind unvergessen ‑doch leider bekam auch er die Unbeweglichkeit und die Teilnahmslosigkeit des "Fußvolkes" zu spüren. Und eines vor allem: Es mangelte damals wie heute an Geld. Schließlich mußte die Liga der Dienste ihres nunmehrigen Ehrendirektors Mr. Bideau entsagen

1948

I.(Außerordentlicher)Kongress derlnternationalen Liga in Lüttich (9.‑12. August). Dieser Kongreß fand aus Anlaß der 60‑Jahr‑Feier der belgischen Organisation "Sociètè Gènèrale des R6presentants de Commerce" statt. Mr. Luyssen wird einstimmig zum Präsidenten gewählt.

Es waren die Organisationen aus folgenden Ländern mit ihren Delegationen vertreten: Belgien, Frankreich, Holland, Schweiz, Kolumbien, Österreich und mit einem Beobachter aus Deutschland. Dritte Kongreßsprache Deutsch.

Auch von diesem Kongreß liegt ein Verhandlungsprotokoll auf. Damals wurde der nächste Kongreß nach Osterreich einberufen (19 5 1), was auf die Initiative des Herrn Kommerzialrat 0. Anger zurückzuführen ist.

 

 

1951

Vom 13. bis 16. Juni fand der 4. Wiener Internationale Kongreß der "Reprdsentation Commerciale" statt (1890, 1926, 1936, 1951). Diesen 4. Wiener Kongreß kann man als den II. Ligakongreß bezeichnen.

Herr 0. Anger wird 1951 Ligapräsident und leitet diese mit seinen Sekretären Dr. E Nelböck und Dr. L. Ronzoni (Bundesgremium Wien) bis 1962.

Einladende Organisation war das Bundesgremium der Handelsvertreter Österreichs. Den Ehrenschutz hatten der Bürgermeister von Wien und der Bundespräsident General Dr. h. c. Körner übernommen.

Weiters waren als Gäste anwesend Mitglieder der Handelsdelegationen aus Ägypten, der Schweiz und Holland. Delegierte aus folgenden Ländern nahmen an dem Kongreß teil: Belgien, Deutschland, Frankreich, Holland, Österreich und Schweiz.

Der nächste Kongreß wurde für 1952 nach Rotterdam eingeladen. Ein genaueres Protokoll des Kongreßablaufes liegt vor.

Vor allem infolge der traurigen Geldverhältnisse wurde der Sitz der Liga nach Österreich verlegt, wo sie im früher anders benannten Bundesgremium für Handelsvertreter einen dauernden Rückhalt fand. Es war insbesondere 0. Anger, der ab 1947, erst mitwirkend, dann von 1951 bis 1962 führend, der Liga das Gesicht verlieh, das sie im wesentlichen bis heute kennzeichnet.

Unter seiner Präsidentschaft wurde der größte Mitglie­

derzuwachs überhaupt erreicht und er hat der Liga zahlreiche neue Perspektiven und Wege eröffnet, die oft erst bekämpft, dann dankbar als richtig anerkannt worden sind.

 

 

1952

111.LigakongreßinRotterdam(17.‑19.November). Anwesend waren Delegierte aus folgenden Ländern: Argentinien, Belgien, Frankreich, Griechenland, Österreich, Schweiz, Deutschland und Italien. Unter anderem präsentierte Herr Kommerzialrat 0. Anger, der Präsident der Liga, sein Mustercarnet (Transport d'6chantillon), welches in der Folge weltweit angenommen und gesetzlich verankert wurde. Genaues Protokoll der Sitzung liegt vor. Nächster Kongreß wird 1954 in Paris abgehalten.

 

1954

IV.Liga kongress in Paris (19.‑22.November1954). Eintritt des VRK Deutschland in die Liga (August 1954). Präsidialsitzung der Liga in Wien.

 

1955

V. Ligakongreß in Düsseldorf (1./2. Juli 1955).

1956

30JahreLiga.

 

1957

PräsidialsitzungderLigainWien(18./19.Juni1957).

 

1958

VI. Ligakongreß in Lüttich (28.‑31. Mai 1958).

 

1960

Präsidialsitzung der Liga in Stuttgart,kurzvordem Kongreß.

VII. Ligakongreß in Bern (15.‑18. Juni 1960).

 

1961

EintrittdesVRKÖsterreichindieLiga~1.Juni1961). Eintritt des englischen Verbandes in die Liga.

 

1962

Präsidialsitzung der Liga in Wien (12./13. Jänner 1962).

VIII. Liga kongress in Madrid (19.‑22. September 1962). Präsident 0. Anger wird Liga‑Ehrenpräsident und gibt sein Amt nach elf Jahren an Herrn Kommerzialrat H. Matza, Bundesgremium Wien, weiter.

Kommerzialrat 0. Anger hatte die Geschicke der Liga diese lange Zeit vorbildlich geleitet. Er hatte Format und Ideen. Dankbar gedenken wir seiner beiden Mitarbeiter Dr. F. Nelböck und Dr. L. Ronzoni als Sekretäre der Liga respektive des Bundesgremiums. Dr. Nelböck wird Ehrenmitglied der Liga.

Es zeigt sich immer mehr die österreichische Mentalität des Korporationsgeistes, für ein manchmal undankbares Geschäft um eines höheren Zieles willen.

1963

Präsidialsitzung der Liga in London (19./20. April 1963).

 

1964

Präsidialsitzung der Liga in Brüssel (24./25. April 1964).

IX. Ligakongreß in Athen (23.‑25. September 1964).

 

1965

Präsidialsitzung der Liga in Wien (24./25. Juni 1965).

Entwurf für ein internationales Gesetz für Handelsvertreter und Handelsreisende wird ausgearbeitet.

Der englische Verband tritt aus der Liga aus.

 

1966

X. Ligakongreß in Rotterdam (28.‑30. September 1966, Hotel Hilton). Muster‑"Carnet" ECS durch Internationale Handelskammer.

Kommerziairat H. Matza wird Ehrenmitglied der Liga, ebenso Fritz Trachsler und Charles Müller, und gibt sein Amt an Herrn Kommerzialrat W. Schmitt, Wien, weiter. Dieser bleibt mit seinem Sekretär Erwin H. Hammerschmied vier Jahre im Amt.

Kommerzialrat Walter Schmitt, seit 1948 Mitglied der Niederländischen Handelskammerin Österreich, Ehren_ mitglied zahlreicher in‑ und ausländischer Verbände, sprachgewandt, der Typ des sympathischen Gentleman, beginnt sofort mit seinen ‑ wie er es nennt ‑ Goodwillreisen in der ganzen Welt, unter anderem Kanada, Liba

non etc., und setzt weitere Aktivitäten, unter anderem Rechtharmonisierungsbestrebungen, internationale Rechthilfeabkommen, Schulungsprogramm, unterstützend, internationale Hotelschilderaktion. Er ist einer der profiliertesten Funktionäre der Liga. Er bekommt nicht zu Unrecht den ehrenden Beinamen "Architekt der Liga".

Die Liga ist 40 Jahre alt.

 

1967

Kommerziairat W. Schmitt wird Ehrenmitglied des VRKD München.

Vortrag von Präsident Charles Müller (Schweiz) über die Schulung der Handelsvertreter und Handelsreisenden in der Liga vor der EWG‑Kommission in Brüssel (17. September 1967) (EWG Dr. Winkler, Ernst Lamprecht).

Neue Ligamitglieder UCTA, CTA of Canada, Chile, Libanon.

Präsidialsitzung der Liga in Rom (29.‑31. Mai 1967). Spezialaudienz bei Papst Paul Vl.

Internationales Rechthilfeabkommen der Liga beschlossen.

Wiedereintritt Englands in die Liga.

 

1968

XI.LigakongreßinWien(18.‑21.September1968 (Aufgaben und Ziele der Liga.)

 

1969

Ligadelegierte treffen sich mit den EG‑Abteilungsleitern in Brüssel, um die Harmonisierung der HV‑ und HR‑Gesetze zu besprechen. Präsident Röhrig, RA. Krüger (VRKD), Kommerzialrat Schmitt, Schmid (VRKÖ) und andere.

Präsidialsitzung der Liga in England bei der UCTA. Knutsford (25./26. September 1969).

 

1970

             XII. Ligakongreß in Bareelona (15.‑17. September 1970).

Kommerziairat W, Schmitt wird Ehrenpräsident der Liga

   und gibt sein Amt an den Schweizer Charies Müller ab.

 

1971

             Präsidialsitzung der Liga in Bern. Präsident Müller (Belgien, Chile, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Niederlande, Österreich, Spanien, Schweiz).

 

1972

PräsidialsitzungderLigainLyon(14./15.Mai1972).

XIII. Ligakongreß in Athen (26.‑29. September 1972).

1973

PräsidialsitzungderLigainLyon(14./15.Mai1973). Kontakte mit dem dänischen Verband.

 

1974

XIV. Ligakongreß in Bordeaux (6.‑8. September 1974).

Charles Müller (seit Rotterdam Ehrenmitglied der Liga) gibt sein Amt an den Engländer Gannon ab

1975

Präsidialsitzung der Liga in Rotterdam (25. April 1975).

 

1976

Präsidialsitzung der Liga in Genf (23. April 1976). Liga 50 Jahre alt.

XV. Ligakongreß in London (6.‑11. September 1976).

 

1977

Präsidialsitzung der Liga in Lyon (22./23. April 1977).

 

1978

Präsidialsitzung der Liga in Trient (28. April 1978). XVI. Ligakongreß in Rapallo (28./29. September 1978). Präsident Gannon, Mr. Watt und Mr. Meade werden Ehrenmitglieder der Liga und neuer Präsident wird Mr. Gaillaud (Frankreich

1979

Präsidialsitzung der Liga in Brüssel (27./28. April 1979

100‑7~hr‑Feier E N. Belgien (Ostflandern).

Liga‑Vizepräsident Pieter H. van der Hoeck (77 Jah gestorben.

 

1980

Präsidialsitzung der Liga in Granada (8./9. 1980).

XVII  Ligakongreß in Palma de Mallorca (25.‑28. Septtember 1980).

Austritt des englischen Verbandes.

Erste Sitzung der Planungskommission in Frankf (14.‑16. November 1980). Vorsitzender: Lederh (VRKÖ), Hugo de Groot, J. W. G. van Leeuwen, Dott. U. Brugnara.

 

1981

PräsidialsitzunginVerona(10.Aprill981). Bundesgremium Österreich tritt aus der Liga aus.

 

1982

XVIII. Ligakongreß in Athen (28./29. Mai 198 Präsident Comm. Dott. Brugnara wird Präsident der ternationalen Liga und Präsident Gaillaud wird Eh mitglied (auf Empfehlung von Kommerzialrat Schnü

 

1983

Präsidialsitzung der Liga in Trient (21.‑23. Al 1983).

 

1984

XIX. Ligakongreß und "100‑Jahr‑Feier" des V Deutschland in München (31. Mai bis 2. Juni 1984

 

1985

PräsidialsitzungderLigainNicosia(Zypern)(24. 26. April 1985).

Anwesende aus Frankreich, Dänemark, Griechenla Belgien, Zypern, Österreich, Italien.

Entschuldigt: Deutschland und Spanien.

Dänemark und Deutschland erklären ihren Austritt der Liga.

 

 

1986

XX. Kongreß der Internationalen Liga in Salzb (Mai 1986).100 Jahre VRK Österreich.60 Jahre Internationale Liga.

Der Ligagedanke ist heute in Österreich lebendi&er undpopulärer denn je und als anderswo. Die Ligatradition reicht hier weiter zurück als in irgendeinem anderen Land.

Doch obwohl die Ehrenpräsidenten 0. Anger, Walter Schmitt als auch die Ehrenmitglieder Dr. Nelböck sowie Kommerzialrat Matza vom enormen Beitrag des Bundesgremiums der Handelsvertreter, Vermittler und Kommissionäre Zeugnis für den Gedanken der Internationalen Liga ablegten, kam es im Jahre 1981 zum Austritt des Bundesgremiums aus dem Ligaverband, was von allen sehr bedauert worden ist.

Die Liga wird nun in Österreich nur mehr vom allerdings auch sehr aktiven "Verband Reisender Kaufleute Österreichs" (VRKÖ) vertreten. Er braucht sich seiner Leistungen bei der Liga nicht zu schämen, hat er doch unter anderem durch seinen Kontaktmann Friedrich Schmid (Mitglied der Liga‑Rechtskommission seit deren Best( Mitglied der Planungskommission für Liga‑Angelegenheiten, Chronist der Liga ohne Auftrag) erkleckliches für die Zusammenarbeit in der Liga geleistet.

Österreich ist aber auch durch seinen äußerst aktiven und beliebten österreichischen Ehrenpräsidenten Lederhaas im Präsidium der Liga und als Vorsitzender der Liga‑Planungskommission vertreten.

Erwähnenswert ist aber durchaus nicht an letzter Stelle der rührige Landesobmann des Verbandes Reisender Kaufleute der Steiermark Franz Kohlweiß, welcher immer mit großen österreichischen Delegationen die Kongresse besucht und Kontakte knüpft.

Österreich konnte dem VRK Deutschland anläßlich des XIX. Kongresses und der 100‑Jahr‑Feier dieses Verbandes die Ehrenmitgliedschaft für den deutschen Verband anbieten. Die Urkunde überreichte der eben erst neu gewählte vierte Präsident des VRK Österreich nach dem Zweiten

Weltkrieg Peter Bankhammer dem deutschen Präsidenten Dipl.‑Ing. Hellmut Haas, welcher die Auszeichnung sichtlich gerührt entgegennahm.

 

1994

Der  Präsident des VRKÖ Verband Reisender Kaufleute Österreichs Franz GRUBER wird mit der Aufgabe betraut, das Präsidium der Internationalen Liga zu stellen und übernimmt das Amt des Prasidenten. Seinem Vorgänger wird die Ehrenpräsidentschaft zuerkannt und zum ersten Mal wird die höchste Auszeichnung des VRKÖ, der grosse Hermes Verdienstorden, an den Ehrenpräsidenten der Internationalen Liga, Miguel Garcia Molina, verliehen.

Ligakongress in Lüneburg der VRKÖ wird als Präsidium der Internationalen Liga vorgeschlagen. Im Juli 1994 Festveranstaltung zur Übergabe des Internationalen Liga Präsidiums an den VRKÖ.

           

 

1996

Ligakongress in Baden. Gleichzeitig wird anlässlich der Feiern 1000 Jahre Österreich und 1100 Jahre Landnahme Ungarn auch die 110-Jahrfeier des VRKÖ und das Jubiläum 70 Jahre Internationale Liga durchgeführt. Mit der Übernahme des Internationalen Liga Präsidiums durch den VRKÖ haben sich die Aktivitäten der Internationalen Liga verstärkt und es wird notwendig sein, wieder stärker Kontakte zur EU aufzunehmen und auch neue Mitgliedsverbände zu gewinnen. Welche Bedeutung diese grosse Veranstaltung haben wird, ist daraus zu ersehen, dass Personen des öffentlichen Lebens grosses Interesse an dieser Veranstaltung nehmen.